Moderne Runenmagie

Runen sind uralt. Doch sie sind auf eine gewisse Art sehr zeitgemäß. In den letzten Jahrzehnten hat die Esoterik einen starken Boom hinter sich. Fernöstliche Meditationstechniken und Philosophien erfreuen sich einer großen Beliebtheit, genauso wie abendländische magische Praktiken oder moderne Erfolgstechniken wie NLP oder das positive Denken. Runen können sich hier nahtlos einreihen. Denn sie haben, im Gegensatz zu mancher Religion, nicht nur das Selbstlose und Kollektive im Blickpunkt, sondern eher den individuellen Menschen und seine Ziele.

Diese Ziele waren im früheren Mittelalter, der Hochzeit der Runen, oft das blanke Überleben in einer rauen Umwelt. Fragen zur Ernte oder Jagd waren dafür von Interesse, ebenso die Anhäufung von Gütern, die auch ihren Beitrag leisteten, die Erde, auf der man lebte, zu nutzen und sich darauf materielle Sicherheit zu schaffen. Doch die alten Schriftzeichen sind natürlich ebenfalls spirituell zu verstehen.

Es geht um Sinnfindung und Erleuchtung, um den Kontakt zu (astralen) Ahnen oder gar Götter.

Vieles, was einst vergessen, wurde inzwischen wiederentdeckt. Dazu zählt auch der Glaube an Magie. Per Definition erfüllt Magie vor allem den Zweck, die Realität seinen Vorstellungen anzupassen. Das mag erst einmal sehr materialistisch klingen, nach blanker Wunscherfüllung und sogar Gier. Aber das ist es nicht. Denn wenn man sich als Mensch etwas von Herzen wünscht, ist man irgendwie verpflichtet, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Das sind materielle Dinge wie eine toll eingerichtete Wohnung oder ein Auto, aber auch emotionale Begehren. Das tolle Mädchen aus der Vorlesung endlich ansprechen und ihr Herz erobern. Den Typen auf dem DJ Pult kennenlernen …

Runenzeichen können bei so was unterstützen. Sie tragen etwas Raues und Einfaches in sich. Sie entspringen einer Welt, in der man noch mehr als heute auf sich alleine gestellt war. Da gab es vielleicht einen Stamm, doch dieser war eher klein und sein Schutz vor Naturgewalten oder vor einer gefährlichen Umgebung noch stark begrenzt.
Runen gaben ein Muster vor, das beim Erreichen lebenswichtiger Ziele und Wünsche half. Jedes Zeichen hat seine eigene Magie. Mal ist sie auf Reichtum ausgelegt (z.B. Rune Fehu), dann wieder auf Achtsamkeit (Elhaz) oder Erkenntnis (Dagaz). Diese Kräfte können auf die eine oder andere Weise durch den Umgang mit Runen genutzt werden.

Wenn man die Bedeutung einer Rune kennt, könnte man diese als Konzentrationsobjekt während der Meditation nutzen. Man konzentriert sich dabei natürlich nicht nur auf das optische Zeichen, sondern auch auf das, wofür es steht bzw. im Augenblick stehen soll, schließlich ist alles auch ein wenig Interpretationssache.
Ein anderer Weg zur Nutzung von Runenmagie wäre der, in bestimmten Situationen an jene Kräfte und Energien zu denken, für die ein Zeichen stehen kann. Will man sich Mut zusprechen, vielleicht weil man endlich das bereits erwähnte Mädchen aus der Vorlesung anquatschen möchte, wäre Thurisaz die richtige Wahl. Will man gesund werden, könnte das durch den Gedanken an Uruz unterstützt werden. Gute Geschäfte fördert vielleicht das Zeichen Gebo. Und die Angst vor dem Unbekannten wird einem vielleicht von Berkano genommen.
Die alte Magie unserer nord-  bis mitteleuropäischen Vorfahren kann bei vielen weltlichen wie emotionalen Dingen helfen. Trotzdem ist sie nur ein Muster. Die wahre Magie, wen wundert’s, steckt in einem Selbst und könnte auch mithilfe anderer Muster (z.B. I-Ging, Tarot) erweckt oder gefördert werden.

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